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Die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie ist ganzheitlich humanistisch orientiert und wurzelt in verschiedenen psychotherapeutischen Schulen. Im Unterschied zur Erwachsenenpsychotherapie braucht die Kinderpsychotherapie eigene Ansätze: Sie bezieht sowohl das Befinden des Kindes, des/der Jugendlichen, als auch die Beziehung zu seinen Eltern, der Familie und seinem Umfeld mit ein.
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Als Therapeutin habe ich die Aufgabe sowohl die subjektive Realität des Kindes zu erfassen als auch die Eltern bzw. das Umfeld zu stützen und zu begleiten, sodaß das Kind seine entsprechenden und nötigen Reifungsschritte machen und sich selbstverwirklichen kann. Ich arbeite lösungsorientiert als verständnisvolle flexible Kommunikationspartnerin zwischen der Lebenswelt des Kindes, des/der Jugendlichen und der Erwachsenen. In der therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen geht es weitgehend um konkretes ERLEBEN. Z.B. Zeichnen und Malen, Körpererfahrungen, Phantasiereisen, Kochen, Werken, Sandspiel, Tonarbeit, Musik, Tanz, Geschichtenerfinden und -erzählen, Puppen- und Rollenspiele uvm., womit Selbst- und Ichkompetenzen gestärkt werden können.
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Ein Elternpaar kontaktiert mich. Beide sind voll berufstätig und haben ein Haus gebaut. Ihre 10jährige Tochter leidet seit längerer Zeit unter Einschlafschwierigkeiten und unter der Angst in der Schule zu versagen. Ihrer Lehrerin fiel das bedrückte und extrem stille Kind auf. Die Eltern haben alles Mögliche mit Bachblüten und Medikamenten versucht und fühlen sich hilflos. Schulfreundschaften des Mädchens sind nie von langer Dauer und es zieht sich immer mehr zurück. Das Kind hat einen sehr straffen Tagesplan mit Schule und dichtem Nachmittagsprogramm mit Flötenunterricht, Ballett usw. Die Oma, selbst pensionierte Lehrerin, kümmert sich nachmittags um das Kind, wobei sie den Hauptwert auf Lernen und schulische Leistungen legt. In dieser ersten Stunde erfahre ich biographische und medizinische Daten und gebe den Eltern Raum Persönliches zu erzählen, wenn sie das möchten. Ich bekomme ein Gefühl für die familiäre Situation und welche Unterstützung die Eltern von mir erwarten. In der zweiten Stunde kommt die Mutter mit der Tochter und ich konzentriere mich ganz auf das Mädchen und mein erstes Ziel ist, direkten Kontakt zu ihm herzustellen, es für die Therapie zu motivieren. Ich mache Vorschläge etwas zu zeichnen oder schlage ein Spiel vor. Im Spiel, wenn das Kind sich von mir gesehen und in seiner Situation verstanden fühlt, löst sich die erste Anspannung und es verlässt etwas entspannter meine Praxis. In diesem Falle wird deutlich, dass sich das Mädchen schon sehr früh der leistungsbezogenen Erwachsenenwelt unterordnen musste. Dabei hinkte die emotionale kindgerechte Entwicklung nach, was sich bei dem Mädchen in Versagensängsten, einer depressiven Stimmung und sozialem Rückzug äußerte. Die nächsten Stunden mit dem Kind dienen dem Erforschen und Ausdrücken seiner Bedürfnisse und schrittweisen Erweiterung seiner sozialen Kompetenzen.
Die Eltern brauchen Beratung und Unterstützung um zu lernen, ihr Kind in seinen altersentsprechenden Bedürfnissen nach Kontakt und Zuwendung wahrzunehmen und arbeite mit ihnen neue Handlungsmöglichkeiten aus. Auch mit der Oma als wichtiger Bezugsperson für das Mädchen vereinbare ich Beratungsstunden. Sobald eine tragfähige Beziehungsbasis zwischen dem Mädchen und mir und ein gutes Arbeitsbündnis mit Eltern und Oma hergestellt ist, beziehe ich die Erwachsenen in Spielsituationen mit dem Mädchen ein. Dabei wechsle ich zwischen der Kind- und Erwachsenenebene, bin Moderatorin zwischen den Generationen und Lernmodell im emotionalen Raum, bis die Eltern in der Lage sind diese Aufgabe zu übernehmen und ich mehr und mehr in den Hintergrund treten kann, bis die Therapie von beiden Seiten abgeschlossen werden kann.
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