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Was ist Systemische Psychotherapie?
Die Systemische Therapie ist ein psychologisches Verfahren, das in erster Linie gesprächs- und verhaltensorientiert ist, aber auch darstellend-kreative Techniken einsetzt. Die traditionell auf Familien und Paare ausgerichtete Perspektive der Systemischen Familientherapie wurde im Rahmen der Systemischen Therapie erweitert und auch auf andere soziale Systeme angewandt. Gemeinsam ist allen systemischen Ansätzen die Perspektive - und das unterscheidet sie von den meisten anderen Verfahren -, Probleme und Symptome nicht als Pathologie (»Krankheit«) eines Individuums zu sehen, sondern als Rollen-Definition und -Festschreibung durch ein soziales System (Familie, Paar, Gruppe, Team etc.).
Die Systemische Therapie zeichnet sich heute durch die Suche nach alternativen Methoden, neuen Wegen und Perspektiven aus, die dabei helfen können, mit der Umgebung einen Gleichgewichtszustand zu erreichen und/oder neue zu entwickeln oder entdecken.
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Nach welchen Ansätzen arbeitet der Systemischen Therapie?
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Der Mensch wird im systemischen Ansatz nicht von seinen Defekten her betrachtet, sondern von seinen Fähigkeiten und Ressourcen - die selbst in problematischen Verhaltensweisen, wenn auch verdeckt, zum Ausdruck kommen. |
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In der Systemischen Therapie werden die Probleme und Symptome der Systemmitglieder dementsprechend neu interpretiert und als positiv und stabilisierend herausgestellt. |
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Damit diese Probleme aber dauerhaft überflüssig werden, macht man in den Therapiesitzungen zu starre oder zu diffuse Grenzen erfahrbar und einseitige Bündnisse werden enthüllt. |
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Umgelenkte Konflikte, krankmachende Zuschreibungen, Machtkämpfe und komplizierte Beziehungsgeflechte werden aufgedeckt. Dadurch werden die gewohnten Kommunikationsformen und Verhaltensweisen in Frage gestellt und es wird zum Umlernen und Sich-Neu-Arrangieren angeregt. |
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Grundsätzlich wird von dem Gedanken ausgegangen, dass das Verhalten der einzelnen Mitglieder eines Systems (Paar, Kinder, Eltern, Großeltern, Geschwister, Arbeitskollegen etc.) das Beziehungsgefüge des ganzen Systems bestimmt. |
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Das Hauptaugenmerk der Systemischen Therapie richtet sich daher auf das, was sich zwischen den einzelnen Systemmitgliedern abspielt und wie diese miteinander umgehen. |
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Jedes System (Arbeit, Partner,…) hat gewisse, oft unausgesprochene »Spielregeln«, nach denen sich die Mitglieder austauschen und zumindest nach außen hin ein Gleichgewicht herstellen. Hat jedes Mitglied genügend Freiraum, dann sind die Grenzen des Systems klar und durchlässig, d. h. es kann auf Veränderungen flexibel reagieren. Sind die Grenzen jedoch zu starr oder diffus, wird das System krank. |
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Was ist das Ziel der Systemischen Therapie?
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Das Ziel der Systemischen Familientherapie ist es, die Autonomie und den Selbstwert jeder einzelnen Person zu stärken - sowie den Zusammenhalt untereinander zu festigen, die Kommunikation und den Austausch zu verbessern und schädigende Beziehungsmuster zu verbessern. |
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Die Systemische Therapie ist eher lösungs- als problemorientiert. Sie geht davon aus, dass die Problemgeschichte für die Entwicklung geeigneter Lösungen oft wenig relevant ist. |
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Die Ziele (bzw. der »Auftrag«) der Therapie werden von den KlientInnen und den TherapeutInnen in der ersten Stunde gemeinsam festgelegt. Die Ziele können sich allerdings im Laufe der Therapie ändern und wer den immer wieder gemeinsam überprüft. |
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Dauer der systemischen Therapie
Die Dauer von Systemischen Psychotherapien schwankt je nach Indikation und Problemstellung stark. In Ausnahmefällen kann schon eine einzige Stunde genügen, um eine Neuorientierung zu ermöglichen, bei bereits langjährigen, also gewissermaßen chronischen psychischen Beschwerden kann für eine dauerhafte Verbesserung der Symptomatik aber auch eine mehrjährige Therapie erforderlich sein. Für die meisten Indikationen beträgt die durchschnittliche Therapiedauer einige Monate bis zu einem Jahr, wobei Stunden meist in Abständen von 1 - 3 Wochen vereinbart werden. . In Österreich ist die Systemische Psychotherapie seit dem Beginn des Psychotherapiegesetzes von allen Krankenkassen anerkannt und kann in Vergleichsstudien meist auf sehr gute Ergebnisse verweisen, was Therapiedauer und – Nachhaltigkeit betrifft.
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Settings in der systemischen Therapie
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Einzeltherapie: Klient und Therapeut |
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Paartherapie: das Paar und 1-2 Therapeuten |
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Familientherapie: einzelne oder 'alle' Familienmitglieder und 1-2 Therapeuten. In Beratungsstellen oftmals kombiniert mit Einwegspiegel und/oder Videokamera. |
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Aufstellung (auch: , Familienaufstellung, Clanning, Körperaufstellung, Familien-Stellen u.dgl. genannt): in einer Gruppe sucht der Klient "Stellvertreter" für bestimmte Personen oder Symptome seines Problems aus und stellt sie seinem Empfinden gemäß im Raum auf. Unter therapeutischer Begleitung wird nach Zusammenhängen, emotionalen Verstrickungen, unterdrückten Themen etc. und damit verbundenen, möglichen Lösungen der Konflikte gesucht. |
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