1.2. Gruppenpsychoanalyse /Psychoanalytische Psychotherapie GP
Schlawörter
Gruppenpsychotherapie, psychoanalytische Psychotherapie, Unbewusstes, Übertragung, Abstinenz
Beschreibung
Die Gruppenpsychoanalyse/Psychoanalytische Psychotherapie ist psychoanalytische Psychotherapiemethode angewandt auf Gruppen, Paare und Einzelpersonen. Im Gruppensetting besteht die Gruppe, die ein bis zweimal wöchentlich oder in geblockter Form zusammentrifft, aus etwa 7 bis 12 Teilnehmerinnen/Teilnehmer. In der Gruppe gilt die psychoanalytische Regel der freien Assoziation in Form von freier Kommunikation zwischen den Gruppenmitgliedern. Die Gruppenleiterinnen/Gruppenleiterschlagen keine Themen vor, sondern fördern die Äußerung von Phantasien, Träumen, Gefühlen und Empfindungen. Siekonzentrieren sich auf die Deutung von Vorgängen in der Gruppe und berücksichtigen vor allem ihre latente, unbewusste Bedeutung. Im therapeutischen Setting verhalten sich Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten mit der Zusatzbezeichnung Gruppenpsychoanalyse/Psychoanalytische Psychotherapie abstinent, d.h. sie enthalten sich Wertungen und expliziten Gefühlsäußerungen den Klientinnen/Klienten gegenüber.
Die Gruppenpsychoanalyse/Psychoanalytische Psychotherapie wird in modifizierter Form auch in der Behandlung von schweren Persönlichkeitsstörungen und Psychosen im ambulanten und stationären Bereich eingesetzt, weiters auch als psychoanalytische Gruppentherapie von Paaren und Familien.
In der Gruppenpsychoanalyse/Psychoanalytischen Psychotherapie wird in erster Linie die Wiederholung von verdrängten Konflikten bearbeitet, wobei die Analyse der Übertragung und des Widerstands einen wichtigen Aspekt der Behandlung darstellt. In der Einzelpsychotherapie erfolgt die Behandlung ein bis zweimal wöchentlich im Sitzen. Im gemeinsamen Dialog eröffnet sich ein seelischer Raum für eine Persönlichkeitsentwicklung – die über ein Verstehen der innerpsychischen Prozesse für die Klientinnen/Klienten Bewältigungskompetenzen eröffnet