Interne Schwierigkeiten qualitativer und quantitativer Forschung
Michael B. Buchholz
Folie:
• Das Boot und das Fahrrad
• Auf kleine Details kommt es an
• Vorschungsergebnisse hängen von der methodischen Orientierung des Raters ab
• Über die Umwandlung des natürlichen Gesprächs in wissenschaftlich prozessierbare Daten
• Erforsche die Forscher*in!
• Fünf Arten des Schweigens - ist Schweigen Beziehung?
• Nicht Personen, sondern Konversationen untersuchen
• Quantitative wie qualitative Forschung ist Sinn-Forschung
- Ein weiterer Artikel von Bucholz, der sich nicht explizit auf Forschung bezieht, aber den ich als sehr lesenwert erachte: Das Können des Unbegrifflichen, von Michael B. Buchholz, in Psycho-News-Letter, 59, 2007, DGPT
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Vortrag:
3.3. Zum Artikel vom Michael Buchholz
Referenz: Interne Schwierigkeiten qualitativer und quantitativer Forschung, Buchholz M., Vortrag am 21. April im Rahmen der 59. Lindauer Psychotherapiewochen 2009 (www.Lptw.de)
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Diskussion:
4 Gruppen, jeweils zur zweit: Esther, Kristina, Angelika, Verena, Mira, Aaron, Roman, Lena
Zum Artikel vom Buchholz
Diskutiere folgenden Zitate aus dem Text:
- Die Umwandlung des natürlichen Gesprächs in wissenschaftlich prozessierbare Daten stellt also kein geringes Problem da.
- Das Erscheinungsbild des sich wieder einstellenden Bewusstseins ist keineswegs eindimensional, doch versierte Kliniker sind im Stande, sämtliche Indizien mühelos und simultan zu erfassen. Sie erkennen die Anzeichen dafür, dass der Patient zu Bewusstsein kommt, auf der Stelle, so schwach und indirekt sie auch sein mögen. Sie sind nicht die einzigen, die das können. Auch Angehörige des Patienten haben dafür ein feines Gespür.
- Reflexives Schweigen (wenn erkennbar ein Stück Selbstanalyse vorgenommen wird, Verbindungen zu besprochenen Themen geknüpft oder Einsichten integriert werden.) ist bester Prädiktor für positive Resultate.
Damit Schweigen als „interner Prozess“ aufgefasst werden kann, damit ein Raum entsteht, in welchem das Schweigen produktiv für eine interne Klärung und Selbstklärung genutzt werden kann, muss eine Zuschreibung erfolgen; irgendwie müssen die Beteiligten sich darüber verständigen, wenn ein auftretendes Schweigen nicht unterbrochen werden sollte, weil da jemand die Stille für sein Nachdenken nutzen möchte.
Dies mehr oder weniger stille, interaktiv aber produzierte Moment der Zuschreibung haben die Untersucher offensichtlich nicht in den Blick genommen. Es fällt zwischen die Maschen der Theorie und dann auch der empirischen Untersuchung. - Therapeutische Kompetenz wäre vor allem Wahrnehmungskunst, weniger „Interventions“- oder „Deutungs“-Kunst Die Psychoanalyse hat diese Idee, dass wir es immer mit sinnhaften menschlichen Intentionen zu tun haben, am Beispiel der Fehlleistungen um die Dimension der unbewussten Intention erweitert. [...] Und qualitative und quantitative Beobachter können beobachten, wie Therapeuten ihrerseits Sinn aufnehmen und Sinn produzieren – und manchmal natürlich auch Un-Sinn.
