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Sophisten: Die Terroristen der Philosophie


In ihrem Erstaunen, in ihrer Be-geisterung waren die alten Denker sehr militant, haben viel Aufregung geschürt, haben Anhänger_innen in Scharen um sich gehabt. Das hat eine Gegenbewegung als Reaktion hervorgerufen. Neue Denker sind erschienen, die sich die neue „komische" Sprache angeeignet haben, und die zeigen wollten, dass diese eigentlich nichts über die Welt sagen kann. Sie verwendeten formell ähnliche Argumente, führten aber zu offensichtlichen Widersprüchen. Sie waren – modisch ausgedrückt – die Terroristen des Denkens.

Das Sophisma des Euathlos ist ein bekanntes Beispiel: Euathlos wurde von Protagoras ausgebildet. Protagoras hatte einen sehr kandidatenfreundlichen Ausbildungsvertrag: Es war vereinbart, dass der Kandidat seine Ausbildung erst dann bezahlen sollte, wenn er seinen ersten Gerichtsprozess gewonnen hatte. Euathlos aber hat nach der Ausbildung einen anderen Beruf genommen (wie manche Psychotherapeut_innen auch) und führte deshalb keine Prozesse. Er konnte folglich auch keinen gewinnen und wollte daher für seine Ausbildung nicht zahlen. Daraufhin drohte Protagoras ihm mit Klage und argumentierte wie folgt: „Euathlos muss auf jeden Fall bezahlen: Entweder laut unserer Vereinbarung, weil er diesen Prozess gewinnt, oder aber, weil ihn das Gericht dazu verurteilt." Euathlos aber argumentierte dagegen: „Ich muss auf gar keinen Fall bezahlen, denn entweder verliere ich den Prozess, dann war meine Ausbildung schlecht und ich muss laut Vereinbarung nicht zahlen, oder ich gewinne den Prozess und es wird mir Recht beim Nichtzahlen gegeben." Also – was dann?? Wie kann sich da eine Richterin entscheiden?

Noch stringenter gefällig? – Dann höre: Alles was rar ist, ist teuer. Ein billiges gutes Auto ist rar. Daher ist ein billiges gutes Auto teuer.

Ich wette, Du hast versucht, den „Denkfehler" zu finden. Aber es ging den Sophisten nicht um irgendwelche Fehler, sondern um die Macht des Wortes. Ihre Aussage könnte ich in meinen eigenen "mächtigen" Worten so ausdrücken: mit dem Denken kannst du die Natur beherrschen. Das haben die Sophisten in der Fülle ausgekostet und auch zum eigenen Vorteil benützt.

Mein eigenes Sophisma!

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Kommentare

  1. Von Barbara, am January 21, 2025, at 03:36 PM
    Meine Recherchen geben folgenden Dialog als Sophistik wider:

    – Sage mir nämlich, hast du einen Hund?

    – Ja, und einen gar bösen, antwortete Ktesippos.

    – Hat dieser Hund auch Junge?

    – Jawohl, und zwar solche, die auch nicht gutartig sind.

    – Es ist also dieser Hund ihr Vater?

    – Ich sah ihn selbst, antwortete Ktesippos,die Hündin bespringen.

    – Wie nun, ist der Hund nicht dein?

    – Ja freilich.

    – Ist er folglich nicht als Vater dein, und wird nicht mithin der Hund dein Vater und du der jungen Hunde Bruder?

    In einen Texten u.a. in der Zeitung "Der Standard" wird über die Sophistik in der aktuellen Politik gesprochen. Der Dialog oben lässt mein Hirn rauchen um ehrlich zu sein. Mit viel Schlauheit Rauchbomben zu werfen, d.h. die ZuhörerInnen zu irritieren, und dabei seine eigene Intelligenz anzuprangern finde ich schwierig.
    Als PT sehe ich eine klare Ausdrucksweise als hochrelevant. Sophistik zählt für mich definitiv nicht dazu!
  2. Von Isaias, am January 21, 2025, at 04:04 PM
    Liebe Barbara.

    Danke für deine Kommentare.
    Sie geben mir den Eindruck, dass du dich etwas in den Details verlierst.
    Ich schlage vor, dass du nun den Rest des Vortrages
    https://www.tzg.at/isaias.costa/Forschungsmethoden2025/index.php/Inhalt/Grundlage
    liest und mich dann anrufst - Ich glaube so kennst du dich dann besser aus mit meinen Absichten.
    Ok?

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